Artenschutzfläche in einem Tagebau wird verstetigt
Eine zunächst reine Rohbodenfläche wurde zu einem Landlebensraum mit zahlreichen Laichgewässern für Amphibien gestaltet. Was als befristetes „Natur auf Zeit"-Projekt begann, wurde zum dauerhaften Erfolg:
Der ökologische Gewinn überzeugte und statt der vorgesehenen Aufforstung bleibt die mittlerweile rund fünf Hektar große Fläche dauerhaft als Naturschutzfläche erhalten.
Anlage unterschiedlicher Laichgewässer
Für die am Standort nachgewiesene Wechselkröte sollten geeignete Laichgewässer angelegt werden.
Da die versteckt lebende Knoblauchkröte oft übersehen wird, sollten zwei größere Gewässer angelegt werden - die zumeist auch von Wasserinsekten gerne angenommen werden.
Gestaltung Landlebensraum
In der Rohstoffgewinnung im laufenden Betrieb bzw. als temporäre Artenschutzmaßnahme eher untypisch, sollte der Landlebensraum abwechslungsreicher gestaltet werden:
Die einstige Rohbodenfläche war zwar für Insekten geeignet, bot aber keine Möglichkeit für Amphibien sich zu verstecken bzw. einzugraben.
Feuchtflächen für seltene Pflanzen
Am Standort wurde der Keulenbärlapp gefunden und Sonnentau vermutet.
Entsprechend erfolgten eine Aufwertung einer Feuchtstelle, die von Schilf zu überwachsen drohte sowie die Schaffung entsprechender Flächen in der Nähe der angelegten Gewässer, auf denen sich solche Arten entwickeln können: Rohboden bietet eine gewisse Nährstoffarmut und die Dauerfeuchte hilft den beiden konkurrenzschwachen Arten zusätzlich.
Anlage unterschiedlicher Laichgewässer
Für die am Standort nachgewiesene Wechselkröte sollten geeignete Laichgewässer angelegt werden.
Da die versteckt lebende Knoblauchkröte oft übersehen wird, sollten zwei größere Gewässer angelegt werden - die zumeist auch von Wasserinsekten gerne angenommen werden.

Laichgewässer XXL
Sollte außer der Pionierart Wechselkröte noch eine andere relevante Amphibienart vorkommen, sollte ein ca. 400 Quadratmeter und an der tiefsten Stelle etwa 2 m tiefes Gewässer angelegt werden - perfekt später für die Knoblauchkröte z.B.

Laichgewässer XXL fertig
Obwohl kein typisches Kleingewässer (allein die Anlage dauerte fast einen Tag), hatte das Gewässer in der ersten Saison Kaulquappen der Wechselkröte - die drei flachzulaufenden Seiten entsprachen den Ansprüchen (flach & warm).
Dazu kam die Knoblauchkröte und im zweiten Jahr riefen sogar Laubfrosch und Rotbauchunke. Darüberhinaus ist es ein perfektes Gewässer für Libellen.
Untypisch: Von der Feuchtstelle (s.u.) haben wir uns drei Bodenschollen geholt - bereits im ersten Jahr keimten rund 90 Pflänzchen des Rundblättrigen Sonnentaus.

Anlage Laichgewässer
Insgesamt acht weitere Laichgewässer wurden angelegt, die aufgrund dem flachen Wasserstand perfekt für die Wechselkröte geeignet waren.

Kleingewässer für ...
An diesem Gewässer haben wir mit einer flachen Feuchtzone experimentiert. Nach drei Jahren sprossen die ersten Sonnentaupflänzchen und der Keulenbärlapp entwickelte sich.
Gestaltung Landlebensraum
In der Rohstoffgewinnung im laufenden Betrieb bzw. als temporäre Artenschutzmaßnahme eher untypisch, sollte der Landlebensraum abwechslungsreicher gestaltet werden:
Die einstige Rohbodenfläche war zwar für Insekten geeignet, bot aber keine Möglichkeit für Amphibien sich zu verstecken bzw. einzugraben.

Mineralisches Material
Auf der Fläche wurde unterschiedliches tagebaueigenes Material abgekippt.
In manchem gewaschenem Material benötigt die Sukzession länger, dafür können sich Knoblauchkröten gut eingraben, anderes Material ist eher lehmiger und begrünt schneller.
So wrd dafür gesorgt, dass sie die Fläche nicht gleichmäßig entwickelt, sondern unterschiedliche bereiche entstehen.

Wurzelstubbenhaufen
Diese wurden in einigen bereichen ausgebracht und bilden gute Verstecke, besonders in der Nähe der Gewässer wenn die kleinen Kröten an Land gehen.

Landlebensraum
Hier sind sehr schön die Bereiche mit ganz unterschiedlichem Zustand der Sukzession zu sehen.
Die gekippten Haufen wurden nicht einplaniert, da so Motocross (leider nicht vollständig) unterbunden wird.

Achtung - Artenschutzfläche
Inzwischen hat das Unternehmen meine provisorischen Schilder gegen einbetonierte Metallschilder getauscht.
Die Fläche hat sich nicht nur für die Amphibien hervorragend entwickelt. In Ufernähe brütet der Flußregenpfeifer, in der Fläche die Heidelerche.
Und wenn sich jetzt noch die ganzen (bitte um Entschuldigung) Idioten, die illegal schwimmen und Motocross fahren daran halten würden, könnte man sie sogar noch für weitere Arten aufwerten.
Feuchtflächen für seltene Arten
Am Standort wurde der Keulenbärlapp gefunden und Sonnentau vermutet.
Entsprechend erfolgten eine Aufwertung einer Feuchtstelle, die von Schilf zu überwachsen drohte sowie die Schaffung entsprechender Flächen in der Nähe der angelegten Gewässer, auf denen sich solche Arten entwickeln können: Rohboden bietet eine gewisse Nährstoffarmut und die Dauerfeuchte hilft den beiden konkurrenzschwachen Arten zusätzlich.

Vorher
Diese Stelle wurde großflächig abgeschoben und die Feuchtstelle tiefer ausgebaggert.
Von den abgeschobenen Bereichen wurden mehrere Radladerschaufeln als Bodenschollen an den großen Gewässern der Artenschutzfläche eingebaut.

Nachher (2 Jahre)
Aus der Fläche, die nach der Bearbeitung zunächst wie eine Baustelle aussah, hat sich ein schönes Feuchtbiotop mit zahlreichen Moospolstern und Binsen entwickelt.