Einzelmaßnahmen und Natur auf Zeit

Hintergrund: Laichgewässer für Amphibien sind in unserer Kulturlandschaft Mangelware.

Hier einige Beispiele, wie man Amphibien innerhalb der Rohstoffgewinnung unterstützen kann - durch Erhalt vorhandener oder Anlage neuer Laichgewässer während der Gewinnung:

Erhalt bestehender Gewässer

Bestehende funktionierende Laichgewässer sind zumeist durch Verlandung und Zuwachsen bedroht - gerade bei Pionierarten ein Problem.

Soweit fachlich sinnvoll, kann eine Pflege hier die besten Ergebnisse bringen, vor allem, wenn die Gewässer in einem nicht genutzten Bereich liegen.

Optimierung Wasserhaltung

Regen ist gerade im Sommer Mangelware und ein zu schnelles Verdunsten des vorhandenen Wassers ein Problem.

Doch auch hierfür gibt es Lösungen. 

Neuanlage / Natur auf Zeit

Um eine Amphibien-Population vor Ort zu unterstützen, können weitere (Laich)Gewässer angelegt werden.

Dies ist mit den vorhandenen Großgeräten (Radlader, Bagger) zumeist einfach und schnell umzusetzen.

Dies kann in ungenutzten Bereichen des Tagebaus erfolgen oder auf Flächen, die definitiv noch später in Angriff genommen werden. HIer kommt das Konzept "Natur auf Zeit" ins Spiel.

Erhalt bestehender Gewässer

Hier einige Beispiele aus unterschiedlichen Tagebauen / Steinbrüchen.

Lebensraum Geburtshelferkröte

Betreuung eine Population in einem kleinen thüringischen Steinbruch seit 2019. Durch Gewässererhalt jährlich Reproduktion. 

Abtrennung eines Laichgewässers

Bilden sich nach Regenfällen temporäre Kleingewässer können diese schnell genutzt werden. Um sie vor Befahrung zu schützen, werden Steine platziert.

Laichgewässer Knoblauchkröte

Schilf bedeckt schnell Kleingewässer. Um dieses als Laichgewässer zu erhalten, wurden etwa 3/4 der Schilffläche mittels eines Langstielbaggers vor der Saison entfernt.

Laichgewässer 
Wechselkröte und Kreuzkröte

Durch Erosion werden Laichgewässer flacher, weniger Wasser verdunstet schneller. 

In diesem Tagebau werden die Kleingewässer alle 1-2 Jahre wieder im Herbst/Winter neu ausgeschoben.

Optimierung Wasserhaltung

Hier einige Beispiele aus unterschiedlichen Tagebauen / Steinbrüchen, wie z.B. Regenwasser optimal genutzt werden kann.

Sammelbecken

Verteilt sich das Wasser auf einer zu großen Fläche, verdunstet es zu schnell und eignet sich nicht dazu, dass sich Kaulquappen bis zum Ende entwickeln.

Durch Schaffung einer größeren Mulde, in der das Wasser zusammenläuft, wir dieses Problem gelöste.

Wasserwagen

Verdunstet Wasser dennoch schneller, kann ein vorhandener Wasserwagen helfen, die Zeit zu überbrücken (in diesem Beispiel bei Kaulquappen der Knoblauchkröte).

Die Fläche war eigentlich als Natur auf Zeit Fläche für den Flussregenpfeifer gedacht (hat auch so funktioniert), hat aber offensichtlich einige Knoblauchkröten aus der Umgebung angelockt.

Sammelbecken im Werk um Verkehrswege frei zu halten 

Um genutzte Flächen im Werk vor Überflutung zu schützen, werden oft Sammelbecken angelegt, in die das Wasser abläuft. Stellen sich Kaulquappen ein (hier Wechselkröte), kann deren Entwicklung durch "Nachfüllen" unterstützt werden.

Achtung: Solche Bereiche immer vor versehentlicher Befahrung schützen, da Fremdfirmen das nicht wissen.

Kleingewässer durch Kieswäsche

Beim Klassieren werden Produkte auch oft gewaschen, so dass Wasser an einigen Stellen zusammenläuft.

Da diese Stellen nicht immer ausreichend Wasser nachliefern, kann auch hier bis zum Ende der Kaulquappen-entwicklung geholfen werden (in diesem Fall der Kreuzkröte).

Neuanlage / Natur auf Zeit

Genügend Platz vorausgesetzt, können weitere Gewässer den Amphibien vor Ort helfen. Sie bieten zudem auch weiteren Arten, wie z.B. Libellen wichtige Lebensräume.

Gerade bei Pionierarten hilft das Konzept "Natur auf Zeit", die Akzeptanz Laichgewässer anzulegen zu vergrößern, da sich der Unternehmer keine Sorgen machen muss, Flächen nicht mehr nutzen zu können.

Kleingewässer am Baggersee

Diese Variante eignet sich dazu, dass erstens geeignete Laichgewässer in diesem Bereich entstehen und zweitens gerade in solchen Fällen, die als CEF-Maßnahme gedacht sind bzw. wo keine sonstigen geeigneten Stellen vorhanden sind.

In diesem Fall eine CEF-Maßnahme für wegfallende Laichgewässer für die Wechselkröte.

Kleingewässer im Tagebau

Hat man geeignete Flächen, kann aber aufgrund des Bodens nicht weiter ins Gelände fahren, können die Kleingewässer auch durchaus als "Kette" angelegt werden.

Diese wurden direkt in der nachfolgenden Saison (Anlage im Winter) alle von der Kreuzkröte genutzt.

Natur auf Zeit auf dem Gewinnungsvorfeld

Sind keine geeigneten Flächen vorhanden, können auch durchaus auf dem Gewinnungsvorfeld Kleingewässer angelegt werden.

Auch diese werden gerne genutzt, hier von der Wechselkröte.

Natur auf Zeit auf dem Gewinnungsvorfeld

So sieht das in einem anderen Werk in der Übersicht aus. Die Kleingewässer werden in einem Bereich angelegt, der wenigstens eine Saison nicht erreicht wird.

Pluspunkt: In der Regel werden diese Bereiche auch gerne vom Flussregenpfeifer angenommen, der auch auf dieser Fläche gebrütet hat und der seine Küken um die Kleingewässer herum auf Nahrungssuche führt (am Gewässerrand sind in der Regel Großvögel wie Gänse und Reiher, die er meidet)

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.